Geographie und Klima

Geographie

Tadschikistan befindet sich im südöstlichen Teil Zentralasiens. Im Westen und Norden grenzt es an Usbekistan und Kirgisistan, im Süden an Afghanistan und im Osten – dem bergigsten Gebiet – an China.

Klima

In Tadschikistan herrschen mehrere Arten von Klima vor, die durch die Höhe eines Orts und dem durch die Berge gebildeten Reliefcharakter bestimmt werden. In Tälern auf einer Höhe von 350–500 m herrscht ein Klima mit sehr heißem Sommer und mildem Winter. Ein langer Sommer (mehr als 200 Tage) und die geringen Niederschlagsmengen – 150–200 mm – sind typisch für dieses Klima. Ein Klima mit heißem Sommer und kühlem Winter ist typisch für Vorberge von Kuhistan, südwestliche Bergausläufer und höher gelegenen Tälern. Mildes Klima ist typisch für die Gebirgszüge von Zentraltadschikistan und die südlichen Pamire in einer Höhe von 1.500–3.00 m. Hier sind Sommer kühl, der Winter ist kalt und im Herbst/Winter gibt es viel Niederschlag. Ein kaltes Klima herrscht in einer Höhe von mehr als 3.000 m vor. Die Sommer sind kurz und die Winter lang und frostig. Hochgebirgs- und Wüstenklimata sind typisch für die östlichen Pamire. Der Niederschlag in diesem Gebiet beträgt hauptsächlich während der Sommerzeit nur 600–1.000 mm. Die Sommer in den Pamiren sind trocken und kurz, während die Winter mit wenig Schnee und einer langen Dauer streng sind. In den Höhenlagen kann Permafrost von bis zu 1,5 m vorgefunden werden.

 

Bevölkerung

Der Prozess der Bildung der Tadschikischen Nationalität begann sehr früh im 4. bis 5. Jahrhundert und endete kurz vor dem 9. bis 10. Jahrhundert mit dem Samanidenstaat. Die ethnischen Gruppen von Tadschiken waren einige der alten Stämme Zentralasiens: Baktrien, Sarmatien, Tocharer, Sogder, Saken und Massageten. Wie alle Iranisch sprechenden Menschen und die Dard aus Indien und die Menschen aus Nuristan betrachten die Tadschiken die Arier als ihren ethnischen Ursprung. Die direkten Vorfahren der Tadschiken waren Menschen, die ostiranische Sprachen sprachen. Jedoch haben die Vorfahren der modernen Tadschiken nicht Persisch gesprochen, da sie mit der westiranischen Sprachgruppe verwandt sind. Die neue persische Sprache, bekannt als „Farsi“ auf Iranisch und Dari in Afghanistan, wird in Zentralasien als „tadschikische Sprache“ definiert, deren Ursprung im 8. Jahrhundert vor Christus liegt. Die Ostiraner übernahmen die persische Sprache in der Periode der muslimischen Invasion Zentralasiens durch Araber, was eine Migration von Persern (Westiraner) nach Zentralasien (einschließlich Westchina) auslöste. Infolge dieses Einflusses begannen lokale Ostiraner (Tadschiken), Persisch zu sprechen. Jedoch bilden zweifellos die frühen ostiranischen Sprachen und Dialekte das Fundament für ihre Sprachen.

Aus anthropologischer Sicht werden die Tadschiken als eine kaukasische Rasse bezeichnet. Dunkle Haare und Augen, olivfarbene bis helle Hauttöne sind typisch für Tadschiken. Einwohner der Talgebiete von Sughd besitzen auffallend mongoloide Merkmale: weniger Haare, breite Gesichter und schmal geschlitzte Augen. Hellere Haare und Augen findet man häufig in den Pamiren.

Die nationale Zusammensetzung des Landes wird durch sein historisches Schicksal definiert. Das Land war bis zu den großen geographischen Entdeckungen auf den Welthandelsrouten präsent und während seiner gesamten Existenz unterlag es verschiedenen Invasionen und Eroberungen. Das Territorium Tadschikistan bot weitläufige Gelände an und stimulierte daher eine ungewöhnliche Diversität der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung, insbesondere in den südlichen Geländen.

Aus der allgemeinen Masse der Tadschiken lassen sich die präpamirischen Tadschiken aufgrund ihrer Sprachen, ihres Lebensstils und anderen Kennzeichen hervorheben. Diese sind Schugnani-Ruschani, Chufi, Yazgulyami, Vachani, Ischkaschimi und Bartangi. Sie bilden die Autonome Provinz Berg-Badachschan (GBAO) in Tadschikistan. Eine weitere Sondergruppe von Tadschiken sind die Jaghnoben – direkte Nachfahren der Sogden, die in dem hohen Bergtal Jaghnob (Zustrom von Serafschan) leben. Ihre Sprache ist einer der Dialekte der alten sogdischen Sprachen, die bis zu Invasionen Zentralasiens durch Araber in den 7. und 8. Jahrhunderten von einem Teil der modernen tadschikischen Ahnen gesprochen wurde. Heute sprechen Jaghnoben zwei Sprachen – Jaghnobisch und Tadschikisch.

Für Tadschikistan – genau wie für jedes Berggebiet – ist diese ungleichmäßige Verteilung der Bevölkerung auf Höhenlagen typisch. Die niedrigeren Gebiete der großen Flusstäler sind intensiv ausgebaut und dicht besiedelt. Hänge und Hochvorländer sind weniger besiedelt oder bar irgendwelcher dauerhaften Einwohner. Die Hauptmasse der Bevölkerung lebt in Städten, Bezirken und Dörfern, die sich in Höhen von bis zu 1.000 m befinden. Die Mehrheit der tadschikischen Bevölkerung lebt in Zonen von 1.000 bis 2.000 m und nur einige in einer Höhe von mehr als 2.000 m.

Im Süden Tadschikistans lebt eine kleine Anzahl von Araben. Turkmenen des Ersari-Stamms ließen sich ab der Mitte des 14. Jahrhunderts in den niedrigeren Unterläufen des Wachsch nieder. Kirgisische Menschen ließen sich im nordöstlichen Teil und den östlichen Pamiren nieder. Zigeuner aus Zentralasien leben in getrennten Clans – lokale Menschen nennen Sie  oder „Iuli“. Russen, Tataren, Georgier, Armenier, Deutsche und Juden aus Zentralasien leben auch in den Städten von Tadschikistan.

Die Mehrheit der Tadschikischen Bevölkerung bekennt sich zum Islam. Die Mehrheit der Bevölkerung des Landes sind sunnitische Muslime und nur ein kleiner Teil von Tadschiken sind schiitische Muslime. Eine der Charakteristiken von Tadschikistan ist sein hohes Bevölkerungswachstum, wobei heute ungefähr 7 Millionen Menschen in dem Land leben.

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