Kultur

Kultur

 

Ganze Nachbarschaften aus Webern, Töpfern, Kupferschmieden, Schmieden, Baum- und Ganchaschnitzern (Alabaster) existierten in den Städten. In manchen Bezirken wurden exklusiv gemusterte Papiere und Seidenstoffe produziert. Sie wurden hauptsächlich von Männern gewebt und in Hochland-Dörfern webten Frauen Woll- und Papierteppiche auf einfachen Webstühlen, während Männer Papierstoffe herstellten oder auf primitiven Fußwebstühlen Wolle webten, die verwendet wurden, um Kleider und Hosen herzustellen. Tadschiken führten die jahrhundertalte Tradition fort, einzigartige, dekorative Stickereimuster herzustellen, die sich noch heute großer Beliebtheit erfreuen. Die heutigen Meister dekorieren genau wie vor hunderten von Jahren Schädelkappen, Frauenkleider und Haushaltsgegenstände, wie Wandstickereien – Susane, dekorative Bezüge   Tischdecken und Dastarkhan. Am Abend der arabischen Invasion (am Anfang des 7. Jhr. v. Chr.) waren die religiösen Hauptgruppen Zoroastrismus, Manichäismus, Buddhismus und Hinduismus. Jedoch verdrängte der Islam langsam die anderen Religionen. Es wurden viele Moscheen gebaut, von denen die Mausoleen der 11. bis 12. Jahrhunderte in Sayat, Masori Sharif, Monumente des Hissartals und eine Moschee in Istarawschan aus dem 15. Jahrhundert bis heute perfekt erhalten sind. Man sagt, dass die Religion der Tadschiken ihre Bestrebung definierte, die Welt durch Wissenschaft und Literatur zu verstehen. Arabische Eindringlinge zerstörten praktisch die ursprüngliche Sprache der Tadschiken – Dari. Dennoch wurden die wahren Meisterwerke der Tadschikischen Klassiker auf Dari verfasst: Literatur, Lieder und wissenschaftliche Bücher.

Die Kultur der Tadschikischen Menschen reicht bis in die Antike zurück. Bis heute haben Tadschiken den Großteil der Traditionen und Bräuche bewahrt, die auch heute noch in dem modernen Lebensstil integriert sind. Wenn Sie sich für Geschichte interessieren, dann hat Tadschikistan Ihnen mit seiner bis zurück ins 1. Jahrhundert v. Chr. reichenden Geschichte viel zu bieten. Vielleicht ist für Sightseeing das alte Pandschakent am interessantesten. Archäologen fanden Wohnkonstruktionen und kultische Bauwerke, atemberaubende, monumentale Gemälde, feine Skulpturen, die bis ins 7. Jahrhundert und 8. Jahrhundert zurückreichen. Die architektonische Zusammensetzung dieser Stadt sucht laut Wissenschaftlern seinesgleichen unter anderen Städten Asiens. Tadschiken waren als Kunsthandwerker für ihre keramische Handwerkskunst bekannt. In den Städten und Tälern stellten Männer Keramikteller auf einer Töpferscheibe her. In den Berggebieten wurden keine Töpferscheiben benutzt – Frauen modellierten Gefäße per Hand, indem sie Keramikwülste aufeinander schichteten. Bis heute wurden einige alte Arten von Handwerkskunst von einer Generation zur nächsten bewahrt. Einzigartige und bunte Gefäße, Kästen und dekorative Teller werden in den Kunstgalerien von Duschanbe ausgestellt und sind auch heute noch ein Beweis dieser alten Handwerkskunst.

Literatur

Unter allen Nationalitäten Zentralasiens (Kirgisen, Kasachen, Turkmenen, Usbeken) sind die Tadschiken die Nation, deren Geschichte mit den anderen Ländern des östlichen Kontinents verbunden ist, wie z. B. Indien, Pakistan, Afghanistan, Iran und einigen arabischen Länder. Die tadschikische Nation hat einen bedeutenden Beitrag zum spirituellen Schatz der Zivilisation geleistet und ist eine Geburtsstätte fantastischer und bemerkenswerter Wissenschaftler, Philosophen, Autoren, Poeten und Architekten, deren Arbeiten zu einem integralen Bestandteil des wissenschaftlichen und kulturellen Erbes und der angesammelten, globale Ziwilisation geworden sind. Ein Beweis hierfür sind die Texte des Begründers der persisch-tadschikischen Literatur, Rudaki, das ewige, nationale, epische Gedicht „Schahnameh“ von Firdausi, das die Geschichte der Persen und Tadschiken vereint und der „Kanon der Medizin“ von Abu Ali Ibn Sina (Avicenna), eine Abhandlung, die über Jahrzehnte als der Hauptleitfaden für medizinische Institutionen in Europa diente. Die Wissenschaftler Al-Chwarizmi, Al Farabi und Biruni, die Pioniere der Poesie weltweit, Khayam, Rumi, Saadi, Hafiz, Jami und die Meister der Kunst Borbad, Mani, Behzod waren weit über die Grenzen des Hauptgebiets des modernen Zentralasiens bekannt.

Die Blütezeit der tadschikischen Kultur und die Entwicklung von Wissenschaft und Literatur gehen auf die Herrschaft der Samaniden-Dynastie zurück. Während die Samaniden-Dynastie den Einfluss von Bagdad und Damaskus auf jede erdenkliche Art zurückwies, schätzte es den Bereich der Poeten, die ihre Werke auf Farsi verfassten. Am Hof wurden günstige Bedingungen für die Entwicklung von Wissenschaft und Kultur geschaffen. Talentierte Persönlichkeiten lebten und arbeiteten am Hof; eine ganze Generation großartiger Wissenschaftler, Poeten und Staatspersönlichkeiten entstanden. Unter ihnen war der Gründer der klassischen persisch-tadschikischen Literatur, Abu Abdullo Rudaki. Der junge Abdulla Ja’far ibn Muhammed studierte eifrig, während er abends Lieder sang. Die schönen Motive und Eloquenz des Poeten erreichten den Emir. Später, während er am Hof lebte, erschuf Rudaki seine wundervollen, phantasievollen Oden – Kasida, schöne Ghasele und Quatrains – Rubai.

Der berühmte Wissenschaftler und Philosoph Abu Ali Ibn Sina (Avicenna, 980–1037) widersetzte sich dem Obskurantismus und glorifizierte die Wissenschaft und einen wissbegierigen Geist. Seine Ideen wurden in dem Werk des Poeten und Philosophen Nāsir-i Chusrau (1004–1088) aufgegriffen. In Gedichten wie „Saodatnoma“ („Buch der Glücklichkeit“), „Ruschnoinoma“ („Buch des Lichts“) glorifizierte er die Arbeit von Männern, er setzte sich für Ideen über die Vorteile von Männern und die Wichtigkeit der Wissenschaft ein. Im 13. Jahrhundert schuf Saadi Schirazi seine berühmten Lebenswerke „Bustan“ und „Gulistan“. Weitere zwei Jahrzehnte später verteidigte Jami (1414–1492) die Ideen des Humanismus in seinen sieben Gedichten „Haft Avrang“ („Sieben Throne“) und in der Parabelsammlung „Bahoriston“ („Frühlingsgarten“). Andere großartige Autoren mit einem natürlichen Talent umfassen Abu Rayhan Biruni, Al-Khwarizmi, Imom Termezi, Farabi, Omar Khayam, Ahmad Donish und es gibt noch viele mehr, die der weltberühmten Sammlung an Mathematikern, Wissenschaftlern und Autoren der tadschikischen Nation hinzugefügt wurden. Viele von Ihnen haben Ihre ewigen Werke in der Zeit des Ismoili Somoni geschrieben.

1999 beging Tadschikistan das 1.100-jährige Bestehen des samanidischen Staats mit einer großen Feier. Das moderne, kulturelle Leben von Tadschikistan wäre undenkbar, ohne den Ismaili-Somoni-Plaz, den Palast der Nationen oder Präsidentenpalast, die Nationalbibliothek, das Staatstheater für Oper und Ballett, die Akademie der Wissenschaft, Staatsuniversitäten, nationale und historische Museen, nationale und kulturelle Parks, die nach Aini, Rudaki und Firdausi benannt wurden, Naturparks, den Nawruz-Palast, das Rohat-Teehaus etc.

Die Stadt Duschanbe mit ihren monumentalen Sowjetgebäuden und modernen Bauwerken ist im schönen Hissartal eingebettet. Gestalten Sie Ihre Reise abwechslungsreicher, indem Sie den berühmten Mehrgon-Markt, das tadschikische Handelszentrum und die Kunstgallerie besuchen oder indem Sie im „Rohat“-Teehaus einen erfrischenden Tee trinken, entlang dem grünen Hauptboulevard spazieren gehen und sich am Sadbarg und dem 800 Jahre alten Moskauer Platz ausruhen.